Wer was gegen das Insektensterben tun will, der pflegt einheimische Blumenwiesen. Das Rezept lautet ganz einfach: Je mehr unterschiedliche (Blüh-)Pflanzen, desto größer die Insektenvielfalt. Und nötig ist es ganz bestimmt, sich drum zu kümmern – viel zu viele Insekten stehen schon auf der roten Liste oder sind bereits ganz verschwunden.

Deshalb liegt uns auch unsere Streuobstwiese so ganz besonderes am Herzen. Denn darauf blühen viele viele verschiedene einheimische Blumenarten. Sie sind bei Wildbienen, Schmetterlingen ud andere Insekten hoch beliebt, weil sie sie als Futterpflanzen und zum Nestbau sowie zur Ernährung und Aufzucht ihres Nachwuchses benötigen. Färberkamille, Klappertopf, Natternkopf, Wiesensalbei, Hirtentäschel, Schafgarbe, Kartäusernelke, Taubenskabiose, wilder Majoran und und und. Alle und noch viel mehr finden sie auf unserer Streuobstwiese.
Eine gute Wahl: Der Balkenmäher
Alle diese Blumen und Kräuter lieben mageren Boden und deshalb wird unsere Blumenwiese einmal im Jahr genäht, wenn die meisten der Pflanzen abgeblüht sind und ausgesamt haben. Und da wird’s schwierig: Denn die einfachste Methode ist, mit dem Kreiselmäher oder dem Mulcher drüber zu fahren – und wusch ist die Wiese weg, aber leider werden bei dieser Methode auch viele der Insekten zermatscht. Weil sich die Schneidmechanikr so schnell dreht, dass Wildbiene, Heuschreck, Raupe oder Wanze richtig eingesaugt werden und keine Zeit haben weg zu hüpfen oder zu fliegen.


Was also tun? Die Lösung heißt „Balkenmäher“ und damit haben wir dieses Jahr die Mahd erledigt. Das habt Ihr vermutlich alle schon mal gesehen, es war früher das obligatorische landwirtschaftliche Instrument zum Mähen. Dabei bewegen sich die Schneidmesser am Balken hin un her und das Gerät wirdin Schrittgeschwindigkeit über die Wiese geführt. So bleibt den Hüferlingen Zeit beiseite zu springen und es ist somit eine der schonendsten Mähmethode für die Natur – natürlich nach der Sense :-).
Ein großes Dankeschön geht an Wolfgang, der für uns die Wiese mit seinem Balkenmäher gemäht hat. Gegen eine Leihgebühr für das Gerät übernimmt Wolfgang ehrenamtlich das insektenschonende Mähen von Blühwiesen für Solawis wie uns aber auch für Streuobstwiesen die der Bund Naturschutz betreut. Wer Interesse hat, kann sich gerne bei ihm melden: wolfgang-doepke@web.de
Zum Schluss gabt’s noch ein wenig schweißtreibende Arbeit für unsere Ackersamstags-Freiwilligen: Nach der Mahd wurde das Gras zu sogenannten „Strammen“ zusammen gerecht, es trocknet und dann wird das Heu teils zum Mulchen verwendet und der Rest wird von Dieter kompostiert. So wird die Wiese peu à peu noch „magerer“ und es blühen vielleicht noch mehr und die ein oder andere noch seltenere Pflanze.

